Geschichte

Vor rund 40 Jahren fanden in der Region noch mehrere Nat. und Int. Rad-Quers statt. Ab 1969 wurden in Boningen Nat. Radquers organisiert. Es war die Zeit von Seriensieger Albert Zweifel und dem ewigen Zweiten Peter Frischknecht.

Hie und da konnte auch Willi Lienhard ein Rennen gewinnen. Ab 1971 kam das Rennen von Hägendorf dazu, bald einmal folgten mit Balsthal, Oberbuchsiten, Grenchen, Dagmersellen, Melchnau, Pieterlen, Herzogenbuchsee, Langenthal, Buchs AG, Niederlenz AG und Gränichen/AG weitere willkommene Startgelegenheiten in der näheren und weiteren Umgebung.

Im Februar 1975 fand in Melchnau die Weltmeisterschaft statt. Als einziger Regionaler vermochte sich der Hägendörfer Urs Ritter mehrmals für die WM zu qualifizieren. Selten klassierte sich ausser ihm ein anderer Fahrer aus dem Verbandsgebiet in den Top – Ten. Die andern Spitzenfahrer stammten vorwiegend aus dem Zürcher Oberland, wo der Quersport noch mehr Tradition hatte und bald jedes Dorf ein eigenes Nat. oder Int. Quer durchführte. (Steinmaur, Meilen, Uster, Stäfa, Volketswil. Richterswil, Hombrechtikon, Embrach, Zürich Waid, Zürich-Albisrieden, Dietlikon usw.

Die Boninger Organisatoren mit Peter Wyss an der Spitze wollten mehr Zuschauer an die Rennen locken. Mit guten einheimischen Fahrern war dies vielleicht möglich und man sicherte dem kant. Sportpräsidenten Stephan Kainersdorfer die volle Unterstützung zu. Bald fanden im Winter an den rennfreien Samstagen die ersten Trainings-Quers statt. Solche gab es bereits zuvor, wenn auch in kleinerem Rahmen, im oberen Baselbiet und wurden von Hans Kammer, dem Sportpräsidenten beider Basel organisiert.

Die Fahrer waren noch mit wenig zufrieden und die Jury auch. Ein Tisch und ein Stuhl, eine Handstoppuhr, eine Starterpistole, eine Glocke und eine Rundentafel waren die ersten Utensilien. Mehr brauchte es nicht. Es war fast ein familiärer Anlass, obwohl bereits zu Beginn über 50 Fahrer am Start waren.

Am 16.Januar 1977 fand in Boningen bei meterhohem Schnee und grosser Kälte die Rad-Quer-Schweizermeisterschaft statt. Bereits zeigten sich die ersten Erfolge. Mit dem Hägendörfer André Moser auf dem Podest (3.) bei den Junioren und weiteren regionalen Fahrern in den ersten zehn waren die Fortschritte klar zu erkennen. Heute noch bestreiten einige der damaligen Aktiven den Quer-Cup in der Kat. Hobby. Bald einmal bekam der Quer-Cup einen neuen Namen.

Dank der tollen Unterstützung  von VC Born-Ehrenmitglied Arnold Gerber von Radsport Gerber AG in Oftringen hiess der Anlass rund 20 Jahre lang Gerber-Quer-Cup. 1987 in Boningen und Laupersdorf nahmen die ersten Biker daran teil. Dies bedingte eine neue Kategorieneinteilung. Louis Kramer war einer der ersten, der sich mit dem Bike durchsetzte. Bald einmal war das Fahrerfeld am Bike-Rennen grösser als dasjenige der Querfahrer. Kurt Bürgi, der damalige Rad-Quer-Nationaltrainer sah dies nicht gerne, ahnte er doch die Konkurrenz zum Quersport. Heute ist das kein Problem mehr, das eine schliesst das andere nicht aus. Sowohl Thomas Frischknecht und Dieter Runkel, als auch Albert Zweifel waren sich nicht zu schade, am Quer-Cup die Form zu testen, ersterer nur im Rad-Quer, die beiden Letzteren später auch bei den Bikern und erst noch erfolgreich.

Nach dem Rückzug des Gründers nach 18 Jahren zeigten sich Beat Jäggi und Gattin zusammen mit einer IG für die Organisation des Quer- und Bike-Cups verantwortlich. Dieser hiess nach dem Rückzug von Radsport Gerber jahrelang Saeco-Cup und anschliessend Hörmann-Saeco-Cup. Nach einem Dutzend Jahren hatten auch Beat und seine Leute genug und es war ein neuer Veranstalter gesucht.

Kurt Bürgi (BCA-Cycling) führte in Zusammenarbeit mit den organiserenden Vereinen weitere 2 Jahre diese beliebte Serie durch. Wegen dem jeweiligen Sponsor wurde er nun Hertz-Cup, dann Raiffeisen-Cup genannt. Nach wie vor finden die Rennen in der Region statt. Mit Boningen, Schwarzhäusern, Fulenbach, Däniken, Möriken-Wildegg, Pfaffnau, Riken, Oensingen, Safenwil und Egerkingen war eines der Ziele erreicht. Die FahrerInnen mussten keine langen Anfahrtswege in Kauf nehmen, meistens war sogar die Anfahrt mit dem Rad möglich.

Ab 2009 gab es erstmals keinen federführenden Veranstalter mehr. Die Organisatoren der Rennen sassen zusammen und die Arbeit wurde aufgeteilt. Obwohl in allen Belangen alles klappte, war diese Lösung nicht das Ei des Kolumbus. Jemand muss verantwortlich sein. Ab 2010 übernahm der Fachaus-schuss Rennsport des Solothurner Kantonalverbandes die Organisation. Dies auch deshalb, weil die verschiedenen Anlässe vom Kantonalverband unterstützt werden. Obmann Dirk Scheding vom CRC Rickenbach hatte mit seiner Familie alles im Griff. Er stellte sein Wohnmobil für die Anmeldung und den Computer zur Verfügung. Die Jury ist bereits aus bewährten Leuten zusammengestellt worden. Wenn jeder der Bisherigen 2 – 3 mal helfen kommt, muss keiner den ganzen Herbst für die Rennserie opfern. Die Rangliste inkl. Homepage gestaltet der kantonale Pressechef Manuel Ackermann vom VC Born Boningen nach wie vor. Obwohl dieser seit einigen Jahren seinen Wohnsitz in Finnland hat, klappt auch dies dank der modernen Technik.

Da sich der Kantonalverband aus unerklärlichen Gründen von der Organisation zurückzog, blieb die Organisation an Dirk Scheding und Stephan Kainersdorfer hängen. Zusammen mit den organisierenden Vereinen konnten die letzten drei Jahre steigende Teilnehmerzahlen verzeichnet werden.

Für die kommenden Jahre sind die Veranstalter zuversichtlich,bewarben sich mit Wolfwil und Wiedlisbach bereits neue Veranstalter erfolgreich. Diese machen auch weiter mit. Die gute Zusammenarbeit mit der IG Radquer und der regionalen Presse wird weiterhin zu einem guten Gelingen beitragen. Da es immer weniger Startgelegenheiten an Nat. und Int. Quers in der Schweiz gibt, durften wir oft mehr als ein Dutzend Elitefahrer an den Trainingsrennen begrüssen . Leider wird mit vielen Namen und verstreuten Sektionen die Sponsorensuche schwieriger, auch bei Bewilligungen und Versicherungen muss jemand verantwortlich sein.

Die Aufzählung der Namen und Veranstaltungen ist nicht komplett. Es soll sich niemand übergangen fühlen, das war nie meine Absicht. Es war einfach nicht mein Ziel, einen Bericht von doppelter Länge zu schreiben und dann doch noch etwas Nennenswertes zu vergessen. Besten Dank für Ihr Verständnis.

Als Gründer und Initiant dieser Rennserie würde es mich freuen, wenn sich auch in den kommenden Jahren Veranstalter finden lassen. Mit dem Ausstecken und der Sicherung der Strecke ist bereits viel geholfen. Nebst einem Beitrag von den Veranstaltern, kann auch mit einer Festwirtschaft etwas für die Vereinskasse geholt werden. Zudem sind die Veranstalter frei beim Einholen von Inseraten oder Sponsorenbeiträgen.  Da der Quer- und Bike-Cup keine eigenen Sponsoren hat, kommt er dadurch niemandem in die Quere.

 

Stephan Kainersdorfer

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